Dieser Fanatismus hatte katastrophale Folgen, die darauf zurückzuführen sind, dass sich mit der Verbreitung des Darwinismus und der von ihm unterstützten materialistischen Philosophie die Behandlung der Frage nach dem Ursprung und Zweck des menschlichen Daseins drastisch verschoben hat. Dem Denken der Menschen, die normaler- und natürlicherweise‚ die Auffassung vertreten hätten, dass der Mensch von Gott erschaffen worden war um einer guten, gottgewollten sittlichen Ordnung entsprechend zu leben, wurde nunmehr das Konzept eingepflanzt, dass‚ der Mensch zufällig entstanden, und seiner Natur nach ein Tier sei, das sich im Kampf ums Überleben entwickelt habe. Für diese große Täuschung war und ist ein hoher Preis zu zahlen. Ideologien des Terrors, wie der Rassismus, Faschismus und Kommunismus und viele andere barbarische Weltanschauungen, die auf Konflikten basieren, haben ihr bloßes Existenzvermögen aus dieser Täuschung geschöpft.
Dieses Kapitel behandelt das Unheil, das der Darwinismus der Welt beschert hat und deckt den Zusammenhang mit dem Terrorismus, einem der wichtigsten globalen Probleme unserer Zeit, auf.
Laut Darwin gibt es in der Natur ewige Konflikte, die einen ständigen rücksichtslosen Kampf ums Überleben verursachen. Das Starke überwältigt immer das Schwache und dies erst ermöglicht es, dass Entwicklungsstattfinden kann. Der Untertitel zu seinem Buch "Über den Ursprung der Arten - durch natürliche Selektion, oder die Erhaltung der bevorzugten Rassen im Kampf ums Dasein" gibt diese Ansicht prägnant wieder.
Außerdem schlug Darwin vor, dass der ‚Kampf ums Überleben‚ auch zwischen menschlichen Rassen stattfände. Dieser absurden Ansicht entsprechend sind 'die bevorzugten Rassen' im Kampf siegreich. Bevorzugte Rassen waren nach Darwins Ansicht die weißen Europäer. Afrikanische oder asiatische Rassen lagen im Kampf ums Überleben zurück. Darwin ging noch einen Schritt weiter und prophezeite, dass diese Rassen bald im ‚Kampf ums Überleben' völlig unterliegen und folglich verschwinden würden:
In Jahrhunderten gemessenen, werden in nicht allzu ferner Zukunft die zivilisierten Menschenrassen mit annähernder Sicherheit die wilden Rassen überall auf der Erde ausmerzen und ersetzen. Zur gleichen Zeit werden die antropomorphen Affen ...zweifellos ausgerottet werden. Die Kluft zwischen dem Menschen und seinen nächsten Verwandten, die sich dann, wie zu erhoffen, in der Gestalt eines kultivierteren Zustands manifestieren wird, wird dann weiter sein, als selbst die zwischen einem Kaukasier und irgend einem Affen wie etwa dem Pavian, anstatt wie gegenwärtig, zwischen dem Neger oder Australier und dem Gorilla.29
Der indische Anthropologe Lalita Vidyarthi erklärt, wie Darwins Evolutionstheorie den Rassismus den Sozialwissenschaften aufzwang:
Seine (Darwins) Theorie des Überlebens der Anpassungsfähigsten wurde von den Sozialwissenschaftlern jener Tage begeistert aufgenommen, und sie glaubten, dass die Menschheit verschiedene Stufen der Evolution durchlaufen, und in der Zivilisation der weißen Rasse ihren Höhepunkt erreicht habe. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der Rassismus als eine gerechtfertigte Gegebenheit von einer beträchtlichen Mehrheit der westlichen Wissenschaftler akzeptiert.30
Thomas Malthus |
Im 19. Jahrhundert fanden Malthus' Ideen weite Anerkennung. Insbesondere führende europäische Intellektuelle unterstützten seine grausamen Ansichten. In einem Artikel mit dem Titel 'Das geheime wissenschaftliche Programm der Nazis' [The Nazis' Secret Scientific Agenda] wird der Anklang, den Malthus' Ansichten über die Bevölkerungskontrolle im Europa des 19. Jahrhunderts fanden folgendermaßen geschildert:
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts fanden sich die Mitglieder der führenden Klasse in Europa zusammen, um das neu entdeckte Problem des Bevölkerungswachstums zu diskutieren und Durchführungsmethoden des Malthusschen Konzepts zu planen, um die Sterblichkeitsrate der Unterprivilegierten zu erhöhen. Das Ergebnis war, kurz zusammengefasst folgendes: "Anstatt den Armen Sauberkeit zu empfehlen, sollten bei ihnen genau entgegengesetzte Angewohnheiten gefördert werden. Die Strassen in den Städten sollten enger gebaut werden, mehr Menschen in den Häusern untergebracht werden und es sollte Epidemien in diesen Städten gefördert werden. Auf dem Land sollten Dörfer in der Nähe von stehenden Gewässern erbaut werden, und Ansiedlungen sollten insbesondere in Sumpfgebieten und ungesunder Umgebung gefördert werden" usw,...31
Die Anwendung der Malthus'schen These der Notwendigkeit des Kampfes ums Dasein brachte den armen, hilflosen Kindern in England im 19. Jahrhundert unaussprechliches Elend. Religion dagegen gebietet den Schutz der Kinder. Ein Leben der Güte und Tugend ohne irgend welches Elend und Leiden ist nur in der Realisierung der moralischen Lehren der Religion möglich. |
Beeinflusst durch diese Ideen wendete Darwin den Begriff des Konfliktes auf die gesamte Natur an und schlug vor, dass die Starken und Anpassungsfähigsten siegreich aus diesem Krieg des Daseins hervorgehen würden. Außerdem behauptete er, dass der sogenannte Kampf ums Überleben ein gerechtfertigtes und unveränderliches Naturgesetz sei. Andererseits forderte er Menschen auf, ihre religiösen Überzeugungen aufzugeben, indem er die Schöpfung verneinte und damit auf den Abbau aller ethischen Werte abzielte, die ein Hindernis für die Rücksichtslosigkeit des 'Kampfs ums Überleben' darstellen konnten.
Die Verbreitung dieser verderblichen Ideen, die den einzelnen Menschen zu Unbarmherzigkeit und Grausamkeit anleiten, forderte einen hohen Preis von der Menschheit im 20. Jahrhundert.
Europa seit 1870 von James Joll (britischer Historiker) |
Der blutigste politische Auswuchs des Darwinismus war der Ausbruch des 1. Weltkrieges im Jahr 1914.
In seinem Buch "Europa seit 1870" [Europe Since 1870] erklärt der weithin bekannte britische Geschichtsprofessor James Joll, dass einer der Faktoren, die derzeit den Boden für den 1. Weltkrieg bereiteten, der Glaube der europäischen Herrscher an den Darwinismus war. So schrieb zum Beispiel; der Österreichungarische Generalstabschef, Baron Franz Conrad von Hoetzendorff in seinen Nachkriegsmemoiren:
Menschenfreundliche Religionen, moralischer Unterricht und philosophische Lehren können zweifellos manchmal dienen, den Kampf der Menschheit ums Bestehen in seiner gröbsten Form zu schwächen, aber sie werden nie erfolgreich sein, ihn als antreibendes Motiv der Welt zu löschen... Es stimmt mit dieser beherrschenden Grundregel überein, dass die Katastrophe des Weltkrieges als das Resultat der treibenden Kräfte im Leben der Staaten und Völker eintrat, wie ein Unwetter, das sich seiner Natur gemäß ergießen muss.
Es ist nicht schwer zu verstehen, wie von Hoetzendorff mit dieser ideologischen Grundlage die Österreichungarische Monarchie anregen konnte, den Krieg zu erklären. Solche Ideen waren zu jener Zeit nicht auf das Militär beschränkt. Kurt Riezler, der persönliche Sekretär und Vertraute des deutschen Kanzlers Theobald von Bethmann-Hollweg, schrieb 1914:
Ewige und absolute Feindschaft ist den Beziehungen zwischen Menschen grundsätzlich innewohnend; und die Feindseligkeit, die wir überall beobachten..., ist nicht das Resultat einer Perversion der menschlichen Natur, sondern das Wesentliche der Welt und der Quell des Lebens selbst.32
Friedrich von Bernhardi, ein General des 1. Weltkrieges, stellte eine ähnliche Beziehung zwischen dem Krieg und den Gesetzen des Krieges in der Natur auf. Bernhardi erklärte: "Der Krieg - ist eine biologische Notwendigkeit... er ist so nötigt wie der Kampf der Elemente in der Natur... er führt zu einer biologisch gerechten Entscheidung, da seine Entscheidungen auf der Natur der Dinge beruhen."33
Wie wir gesehen haben, war der Ausbruch des 1. Weltkriegs weitgehend durch die Denkweise der europäischen Denker, Generäle und Verwalter beeinflusst, die Krieg, Blutvergießen und Leiden als eine Art 'Entwicklung', und diese als ein unveränderliches 'Naturgesetz' ansahen. Die ideologische Grundlage, dieses Kriegs, der eine ganze Generation in die Vernichtung führte, war nichts anderes als Darwins Konzept des 'Kampfs ums Überleben' und der 'bevorzugten Rassen'.
Der 1. Weltkrieg hinterließ 8 Millionen Tote, Hunderte von zerstörten Städten und Millionen von Verletzten, Verkrüppelten, Heimatlosen und Arbeitslosen.
Die europäischen Denker und politischen Führer zu Beginn des 20. Jahrhunderts, waren besessen von der darwinistischen Idee des 'Kampfes ums Überleben' und zettelten in ihrem Wahn den Ersten Weltkrieg an, eine Katastrophe, die den Tod von mehr als 10 Millionen Menschen forderte. |
In den Nazidogmen lässt sich deutlich eine starke darwinistische Prägung erkennen. Wenn man diese, von Adolf Hitler und Alfred Rosenberg formulierte Ideologie untersucht, stößt man häufig auf Konzepte wie 'natürliche Auswahl', 'ausgewählte Paarung' und 'Kampf ums Überleben zwischen den Rassen', die in Darwins Buch "Über den Ursprung der Arten" ständig wiederkehren. Hitler hat sein Buch "Mein Kampf" genannt, wobei er durch das darwinistische Prinzip des Kampfs ums Überleben angeregt wurde, aus dem nur die Stärksten siegreich hervorgingen. Er spricht insbesondere über den Kampf zwischen den Rassen:
Die Geschichte würde ihren Höhepunkt in einem neuen tausendjährigen Reich unvergleichlicher Herrlichkeit erreichen, gegründet auf einer neuen, durch die Natur selbst angeordneten rassischen Hierarchie.34
Auf dem Nürnberger Reichsparteitag im Jahr 1933 verkündete Hitler, dass "eine höhere Rasse eine niedrigere Rasse unterwerfe" und dass das "ein Recht sei, das in der Natur vorherrsche, und welches als das einzige denkbare Recht überhaupt betrachtet werden könne".35
Dass die Nazis vom Darwinismus beeinflusst wurden, ist eine Tatsache, die fast alle, in diesem Fach bewanderten Historiker anerkennen. Der Historiker Hickman beschreibt den Einfluss des Darwinismus auf Hitler wie folgt:
Der Faschismus, an dessen Wurzeln das darwinistische Konzept liegt, verursachte den Tod von Millionen unschuldiger Menschen. Diese furchtbare Ideologie zog viele Nationen der Welt in einen Strudel der Zerstörung und des Elends. |
(Hitler) war ein überzeugter Anhänger und Prediger der Evolution. Was auch immer die tieferen, schwerwiegenden Verstrickungen seiner Psychose gewesen sein mögen, steht fest, dass [das Konzept des Kampfs von großer Bedeutung war, denn] sein Buch Mein Kampf legt eine Reihe von evolutionistischen Ideen dar, insbesondere solche, die den Kampf, das Überleben der Anpassungsfähigsten und die Beseitigung der Schwachen betonen, um eine bessere Gesellschaft hervorzubringen.36
| Der zweite Weltkrieg ließ 55 Millionen Tote zurück und unzählige andere verletzt, heimatlos, ihr Leben in Trümmern. Der Krieg zerstörte ganze Städte und brachte Staatsökonomien zum Zusammenbruch. |
Dieses Verhältnis zwischen Darwinismus und Kommunismus geht auf die Gründer dieser beiden 'Ismen' zurück. Marx und Engels, die Begründer des Kommunismus, lasen Darwins Buch "Über den Ursprung der Arten", unmittelbar, nachdem es erschienen war und waren über die darin vertretene 'dialektisch materialistische' Haltung erstaunt. Der Briefwechsel zwischen Marx und Engels enthüllt, dass sie in Darwins Theorie 'die naturgeschichtliche Grundlage für den Kommunismus' enthalten sahen. In seinem Buch "Die Dialektik der Natur", das er unter darwinistischem Einfluss schrieb, war Engels voll des Lobes für Darwin und versuchte, im Kapitel 'Die Rolle der Arbeit in der Wandlung vom Affen zum Menschen' seinen eigenen Beitrag zur Theorie zu leisten.
Russische Kommunisten wie Plekhanov, Lenin, Trotzki und Stalin, die in den Fußstapfen von Marx und Engels folgten, stimmten völlig mit Darwins Evolutionstheorie überein. Plekhanov, der als der Begründer des russischen Kommunismus angesehen wird, betrachtete den Marxismus als 'die Anwendung des Darwinismus auf die Sozialwissenschaft'.37
Die kommunistischen Führer, deren Ideal der menschlichen Gesellschaft ebenfalls auf den Darwinismus gegründet war, werden in die Annalen der Geschichte als Führer eingehen, die schreckliches Leid mit ihrer Politik der Grausamkeit über die Menschheit brachten. |
'Die darwinistische Ausbildung' spielte eine Hauptrolle in der Bildung der kommunistischen Kader. Die Historiker z.B. berichten die Tatsache, dass Stalin in seiner Jugend religiös war, aber unter dem Einfluss von Darwins Büchern ein Atheist wurde.
Mao Tse-tung, der die kommunistische Staatsordnung in China errichtete und Millionen von Menschen getötet hat, erklärte öffentlich, dass 'der chinesische Sozialismus auf Darwin und der Evolutionstheorie begründet ist'.39
Der Harvard Historiker, James Reeve Pusey, untersucht in seinem Forschungswerk "China und Charles Darwin" in großem Detail die Wirkung des Darwinismus auf Mao und den chinesischen Kommunismus.
Kurz gesagt, es besteht eine untrennbare Verbindung zwischen der Evolutionstheorie und dem Kommunismus. Die Theorie behauptet, dass lebende Organismen Zufallsprodukte sind, und stellt dem Atheismus eine sogenannte wissenschaftliche Basis zur Verfügung. Aus diesem Grund ist der Kommunismus, eine atheistische Ideologie, fest mit dem Darwinismus verknüpft. Außerdem behauptet die Evolutionstheorie vor, dass die Entwicklung in der Natur auf Grund von Konflikten möglich wird (in anderen Worten 'durch den Kampf ums Überleben') und unterstützt damit den Begriff der 'Dialektik', der für den Kommunismus grundlegend ist.
Wenn wir an das kommunistische Konzept 'des dialektischen Konflikts' denken, dem im 20. Jahrhundert 120 Million Menschen in einem ‚mörderischen Mechanismus' zum Opfer fielen, dann können wir das Ausmaß des Unheils besser verstehen, das der Darwinismus auf diesem Planeten heraufbeschwörte.
Wie aus dem Namen hervorgeht, beruht der dialektische Materialismus auf der Idee des 'Konflikts'. Karl Marx, der Gründer dieser Philosophie vertrat die Idee, dass, "wenn es keinen Kampf und Widerstand gäbe, alles so bleiben würde, wie es ist." An anderer Stelle sagte er: 'Die Gewalt ist der Geburtshelfer jeder alten Gesellschaft, die mit einer neuen schwanger geht.'40 Indem er das sagte, rief er die Menschen zu Gewalttätigkeit, Krieg und Blutvergießen auf, damit sie sich entwickeln könnten.
Der erste, der die Marxsche Theorie im Bereich der Politik anwandte, war Lenin. Indem er die Idee verfocht, dass 'Entwicklung das Ergebnis des Konflikts von Gegensätzen ist' befürwortete Lenin, dass Menschen mit gegensätzlichen Ideen in ständigem Konflikt sein sollten. Zudem erklärte Lenin wiederholt, dass dieser Konflikt Blutvergießen erforderte, d.h. Terrorismus. Ein Schriftstück Lenins unter dem Titel 'Guerilla Kriegführung' [Guerilla Warfare], das zuerst 1906, elf Jahre vor der Bolschewistischen Revolution, in der Zeitschrift Proletary veröffentlicht wordenar, zeigte die terroristischen Methoden, die er angenommen hatte:
| Die Kommunisten wendeten die darwinistische Idee des Konflikts auf den 'Klassenkampf' an und akzeptierten damit Mord und das Blutvergießen als legitime Methoden der politischen und sozialen Kontrolle. |
Im zwanzigsten Jahrhundert war der Faschismus eine der weithin bekanntesten Ideologien, die dem Kommunismus entgegen stand. Interessant ist, dass der Faschismus, obwohl er sich als Gegner Kommunismus erklärt, ebenso stark das Konzept des Kampfes vertritt, wie der Kommunismus. Die Kommunisten glaubten an die Notwendigkeit des Klassenkampfes, während die Faschisten lediglich die Arena des Kampfes änderten und die Idee des Kampfes zwischen Rassen und Nationen vertraten. Der deutsche Historiker Heinrich von Treitschke z.B., der eine der Hauptquellen der nationalsozialistischen Ideologie und ein prominenter Rassist war, schrieb: 'Nationen könnten ohne einen intensiven Wettkampf, wie Darwins Kampf ums Überleben, nicht zum Wohlstand gelangen.'42 Auch Hitler sagte, dass er vom Darwins Verständnis des Kampfes inspiriert worden sei:
Die gesamte Welt der Natur ist ein ungeheurer Kampf zwischen dem Starken und dem Schwachen - ein ewiger Sieg des Starken über das Schwache. Es gäbe nichts als Verwesung in der ganzen Natur, wenn es nicht so wäre. Derjenige, der leben will, muss kämpfen. Derjenige, der nicht kämpfen will in dieser Welt, in der der ständige Kampf das Gesetz des Lebens ist, hat kein Recht zur Existenz.43
Diese beiden sozialdarwinistischen Ideologien glaubten, dass Kampf und Blutvergießen zur Entwicklung einer starken Gesellschaft notwendig seien; was sie im 20. Jahrhundert verursachten, ist weithin bekannt. Unzählige unschuldige Menschen sind umgekommen, unzählige andere wurden verletzt oder verstümmelt, die Wirtschaften von Nationen wurden zerstört, Gelder, die zuvor für das Gesundheitswesen, Forschung, Technologie, Ausbildung und Kunst aufgewendet wurde, wurde zuerst für Waffen ausgegeben, und dann dafür, um die Wunden zu verbinden, die durch diese Waffen verursacht worden waren und um die zerstörten Städte wiederaufzubauen. Im Lauf der Zeit wurde offenbar, dass Kampf und Terror nicht menschliche Entwicklung förderten sondern vielmehr Zerstörung.
| Es ist natürlich, dass es gegensätzliche Anschauungen gibt, doch diese sollten nicht der Grund für Konflikt und Krieg unter Menschen werden. Gegenseitiger Respekt und Toleranz können Übereinkommen und Koexistenz zwischen, sich widerstreitenden Parteien gewährleisten. Die moralische Lehre des Quran bietet den Menschen ein Leben der Zufriedenheit und Freude an, während der dialektische Kampf stets Unzufriedenheit, Zerstörung und Tod mit sich bringt. |
Einen Menschen zu töten oder ihm Schaden zuzufügen, weil er anders geartete Ideen hat oder einer anderen Religion oder Rasse zugehört, ist eine ungeheure Grausamkeit. Überall auf der Erde und in jeder Epoche der Menschheitsgeschichte haben sich Söhne und Töchter des gleichen Vaterlands nur aus dieserlei Gründen gegeneinander bis zum Tod bekämpft und mitleidslos ermordet und Menschen unterschiedlicher Rassen oder Nationalitäten, einschließlich Frauen und Kindern sind aus den selben Gründen von anderen unterschiedslos niedergemetzelt worden. Nur jemand, der keinen Respekt vor dem Menschen hat, und der sein Gegenüber als nichts anderes als ein intelligentes Tier betrachtet, jemand der nicht glaubt, dass er einst Rechenschaft vor Gott ablegen muss, für das, was er getan hat, kann in dieser Weise handeln.
Der Quran legt die beste und richtigste Haltung dar, die man gegenüber den eigenen entgegengesetzten Ideen einnehmen sollte. Im Verlauf der Menschheitsgeschichte gab es immer ideologische Konflikte und eines der bekanntesten Beispiele davon ist der Disput zwischen Moses und seinem Zeitgenossen Pharao. Trotz Pharaos Grausamkeit und aggressiver Haltung sandte Allah Moses und Aaron zu ihm, um ihn zur wahren Religion einzuladen, und gebot ihnen auf welch Weise sie sich an ihn wenden sollten:
Aus diesem Beispiel wird ersichtlich, dass die Durchsetzung einer Idee oder der Erfolg im Kampf um Fortschritt nicht durch Feindseligkeiten oder Aggression erzielt werden können. Das Treffen zwischen Moses und Pharao bietet eine Lehre aus der Geschichte: Nicht diejenigen, die sich auf die Seite der Gewalt und Brutalität stellen, sind siegreich, sondern die, die auf der Seite der Friedfertigkeit und der Gerechtigkeit stehen. Die Verwirklichung hoher moralischer Grundsätze empfängt ihre Belohnung in dieser Welt und in der jenseitigen.
Diese Haltung kann folgendermaßen erklärt werden: Es gibt unterschiedliche Glaubensrichtungen, Weltanschauungen und Philosophien auf der Welt. Diese können sich auf eine von zwei Arten gegenüberstehen:
1) Sie können die Existenz derer respektieren, die nicht zu ihnen gehören und versuchen, mit ihnen einen menschlichen Dialog zu führen.
2) Sie können beschließen, andere zu bekämpfen und sich einen Vorteil auf deren Kosten herauszuschlagen, d.h., sich wie ein Tier zu benehmen.
Der Schrecken, den wir Terrorismus nennen, ist nichts anderes als eine Äußerung der zweiten Einstellung.
Wenn wir den Unterschied zwischen diesen beiden Einstellungen betrachten, können wir erkennen, dass die Idee "des Menschen als kämpfendes Tier", die der Darwinismus dem Unterbewusstsein des Menschen eingepflanzt hat, besonders einflussreich ist. Einzelpersonen und Gruppen, die den Weg des Konfliktes wählen, mögen nie vom Darwinismus und den Grundregeln dieser Ideologie gehört haben, aber letzten Endes vertreten sie eine Ansicht, deren philosophische Grundlage auf dem Darwinismus beruht. Was sie dazu verleitet, an die Richtigkeit von Gewalttätigkeit zu glauben, sind Slogans wie die folgenden, die auf dem Darwinismus basieren: 'In dieser Welt überleben nur die Starken', 'große Fische fressen die kleinen', 'Der Krieg ist eine Tugend', und 'der Mensch macht Fortschritt durch den Kampf'. Entfernt man den Darwinismus davon, so bleiben diese Sprüche nichts als leere Slogans.
In der Tat, wenn der Darwinismus weggenommen wird, bleibt keine Philosophie des 'Konfliktes' übrig. Die drei göttlich offenbarten Religionen - der Islam, das Christentum und das Judentum -, an die die Mehrzahl der Menschheit glaubt, verurteilen Gewalttätigkeit. Alle diese Religionen wollen der Welt Frieden und Harmonie bringen und verurteilen es, dass unschuldige Menschen getötet werden und Grausamkeit und Folter erleiden. Konflikt und Gewalttätigkeit verletzen die Moral, die Gott dem Menschen geboten hat, und sind anormale und unerwünschte Verhaltensweisen. Der Darwinismus dagegen stellt Konflikt und die Gewalttätigkeit als natürliche, gerechtfertigte und korrekte Konzepte dar, die notwendigerweise existieren müssen.
Staaten oder Gesellschaften mögen gegensätzliche Standpunkte vertreten, doch Streit und Krieg können diese Probleme niemals lösen. Wie der Quran es lehrt, müssen alle Widerstreite durch gegenseitige Geduld, Toleranz, Nachsicht und Verständnis gelöst werden. |
Aus diesem Grund liegt die Wurzel des Terrorismus, der unsere Welt heimsucht, nicht in irgendeiner göttlich offenbarten Religion, sondern im Atheismus und in den Manifestationen des Atheismus in unserer Zeit dem 'Darwinismus' und 'Materialismus'.
Demzufolge kann es im Kampf gegen den Terrorismus kaum eine effektive und andauernde Lösung sein, die Terroristen einzeln aufzuspüren und sie unschädlich zu machen. Die einzig mögliche Weise, um die Welt von der Plage des Terrorismus endgültig zu befreien, ist, die fundamentalen Quellen und Brutstätten zu identifizieren, welche Terroristen hervorbringen, und jene zu beseitigen. Die Hauptquelle des Terrorismus dagegen, sind irreführende Ideologien und Ausbildung und Erziehung, welche auf diesen Ideologien gegründet sind.
| Der einzige Weg für die zukünftigen Generationen, sich ein tugendhaftes und zufriedenes Leben zu sichern, ist, entsprechend den moralischen Lehren des Quran zu leben. |
Ein weiterer großer Schaden, der von diesem Ausbildungssystem hervorgerufen wird, ist, dass es die Ausbildung völlig von der Religion distanziert und dabei den Wirkungskreis der Religion auf die ungebildete Bevölkerung beschränkt. Somit wird Religion zu einem Merkmal der Ungebildeten, während diejenigen, die Zugang zu Schulbildung haben - dank der darwinistisch-materialistischen 'Installation' - total der Religion entfremdet werden. Dies wiederum fördert die Entwicklung abergläubischer und falscher Ideen, und ermöglicht denen, die absolut religionswidrige Ideen im Namen der Religion verbreiten, sehr leicht Einfluss und Kontrolle zu gewinnen.
Die jüngsten Ereignisse vom 11. September sind ein offensichtliches Beispiel dafür. Niemand, der gottesfürchtig ist und Gott liebt und sich gewahr ist, dass er sich für sein Handeln im Jenseits verantworten muss, kann eine Handlung begehen, die Tausende von unschuldigen Menschen tot oder verwundet zurück lässt und Tausende von Kindern zu Waisen macht. Solch ein Mensch wüsste, dass er Gott für jeden Menschen, dem er Grausamkeit zugefügt hatte, Rechenschaft ablegen müsste, und dass jedes seiner Opfer für ihn zur Quelle unerträglicher Qualen in der Hölle würde.
Zusammenfassend sei hiermit nochmals betont, dass die einzige Art und Weise, den Terrorismus zu unterbinden, ist, die darwinistisch-materialistische Ausbildung abzuschaffen, junge Menschen in Übereinstimmung mit einem Lehrplan auszubilden, der auf wahren wissenschaftlichen Entdeckungen basiert, und in ihnen Gottesfurcht zu kultivieren und ein Verlangen zu erwecken, sich klug und gewissenhaft zu verhalten. Die Frucht solch einer Erziehung wird eine Gesellschaft sein, die sich aus friedfertigen, vertrauenswürdigen, nachsichtigen und toleranten Menschen zusammensetzt.