Im Quran werden die Juden und Christen die 'Menschen der Schrift' genannt. Der Grund dafür ist, dass die Anhänger dieser zwei Religionen sich an die von Allah offenbarten Heiligen Schriften halten. Die Einstellung des Islams gegenüber den Menschen der Schrift ist äußerst tolerant und teilnahmsvoll.
Diese Haltung gegenüber den Menschen der Schrift entwickelte sich in den Gründungsjahren des Islams. Zu jener Zeit waren die Muslime eine Minderheit, die darum kämpften, ihren Glauben zu bewahren und dabei allerlei Unterdrückung und Grausamkeiten von Seiten der heidnischen Mekkaner erlitten. Auf Grund dieser Verfolgung entschieden sich einige Muslime, von Mekka zu fliehen und in einem sicheren Land mit einem gerechten Herrscher Zuflucht zu nehmen. Der Prophet Muhammad riet ihnen, beim Negus, dem christlichen Herrscher Äthiopiens, Zuflucht zu nehmen. Die Muslime, die nach Äthiopien auswanderten, fanden dort eine sehr zuvorkommende Regierung vor, die sie mit Liebe und Respekt aufnahm. Der Negus lehnte die Forderungen der heidnischen Botschafter ab, die mit dem Gesuch, ihnen die Muslime auszuliefern, nach Äthiopien gesandt worden waren und erklärte, dass die Muslime in seinem Land frei leben könnten.
Der Quran verweist auf diese barmherzige, mitfühlende und gerechte Haltung der Christen in dem folgenden Vers:
| Im Quran werden die Christen und Juden als die 'Menschen der Schrift' benannt, und es ist geboten, ihnen Respekt, Großmut und Freundlichkeit entgegenzubringen. Die Anhänger dieser beiden Religionen glauben an Gott und teilen die selben moralischen Werte mit den Muslimen. |
- dass Gott das ganze Universum aus dem Nichts geschaffen hat und dass Er alles, was existiert durch Seine Allmacht beherrscht.
-dass Gott den Menschen und alle Lebewesen in wunderbarer Weise erschaffen hat, und dass Gott dem Menschen eine Seele gab.
- an die Auferstehung, das Paradies und die Hölle und an die Engel, sowie daran, dass Allah unserem Leben ein bestimmtes Schicksal zugeteilt hat.
- dass Gott im Verlauf der Geschichte viele Propheten wie Noah, Abraham, Isaac, Joseph und Moses sandte. Und alle verehren diese Propheten.
In einem Vers wird erwähnt, dass die Muslime keinen Unterschied zwischen den Propheten machen, was die göttliche Botschaft betrifft:
| Heutzutage kämpfen beide, die Muslime und die 'Menschen der Schrift' einen sich stets erweiternden Kampf gegen Unmoral, wie sexuelle Perversionen, Prostitution und Drogensucht. Jede dieser drei Religionen erkennt Keuschheit, Ehrlichkeit und Opferbereitschaft als die größten Tugenden an. |
Zu den bekanntesten und schädlichsten Philosophien unserer Zeit zählen der Materialismus, Kommunismus, Faschismus, Anarchismus, Rassismus, Nihilismus und Existentialismus. Viele Menschen, die an die falschen Diagnosen und die trügerischen Beschreibungen und Erklärungen glaubten, die diese Ideologien bezüglich des Universums, der Gesellschaft und des Menschen vorbrachten, haben ihren Glauben verloren oder stürzten in Zweifel. Überdies haben diese Ideologien Menschen, Gesellschaften und Nationen in große Krisen, Konflikte und Kriege gestürzt. Ihr Anteil an der Schuld für das Leiden und Elend, das die Menschheit bis heute plagt, ist unermesslich.
Indem sie Allah und die Schöpfung leugnen, haben alle oben erwähnten Ideologien einen gemeinsamen Nenner - ihre sogenannte wissenschaftliche Grundlage: Charles Darwins Evolutionstheorie. Der Darwinismus bildet die Grundlage der atheistischen Philosophien. Diese Theorie behauptet, dass die Lebewesen sich aufgrund einer Folge von Zufällen und mittels eines Kampfs ums Überleben entwickelt haben. Folglich verkündet der Darwinismus dem Menschen diese trügerische Botschaft: Du bist niemandem Rechenschaft schuldig, du verdankst dein Leben einer Reihe von Zufällen, du musst kämpfen und, falls notwendig, andere unterdrücken, um erfolgreich zu sein. Die Welt ist eine Arena des Konflikts und der Selbstbehauptung.
Die sozialen Mitteilungen, die durch darwinistischen Konzepte wie 'natürliche Auswahl', 'Kampf ums Dasein', 'Überleben der Stärksten' usw. übermittelt werden, sind Mittel der Indoktrination. Diese üble Perversion der Ethik schlägt dem Menschen vor, egoistisch, selbstsüchtig, grausam und tyrannisch zu sein, sie zerstört Tugenden wie Barmherzigkeit, Mitgefühl, Opferbereitschaft und Bescheidenheit, die moralischen Werte der drei großen monotheistischen Religionen, und präsentiert dies als eine unumgängliche Lebensmaßregel.
Diese darwinistische Indoktrination ist das genaue Gegenteil des Glaubens der Menschen der Schrift und der Botschaft des Qurans. Infolgedessen konstituiert die darwinistische Ideologie die Grundlage einer Welt, die in sich selbst diesen drei göttlich offenbarten Religionen entgegensetzt ist.
Unter diesen Bedingungen ist es nunmehr für die Menschen der Schrift und die Muslime notwendig geworden, zusammenzuarbeiten, da sie an Gott glauben und die Ethik, die Er fordert, akzeptieren. Die Anhänger dieser drei Religionen sollten den Irrtum des Darwinismus, der keinerlei wissenschaftliche Grundlage hat, und dessen nunmehr einziger Zweck die Aufrechterhaltung der materialistischen Philosophien ist, vor der Welt bloßstellen. Sie sollten in gegenseitiger Zusammenarbeit einen intellektuellen Kampf gegen alle sonstigen trügerischen Ideen führen (Kommunismus, Faschismus, Rassismus), die dem Atheismus dienen. Sobald dies verwirklicht ist, wird sich die Welt, in sehr kurzer Zeit eines Zustands des Friedens, der Sicherheit und Gerechtigkeit erfreuen.
| Gottlose Ideologien wie der Faschismus, Kommunismus, Rassismus und Anarchismus haben Verwüstung über die Menschheit gebracht und Hass in den Gesellschaften gesät. |
| Der Darwinismus schlägt eine Gesellschaft vor, in der Konflikt und Gewalttaten als Mittel des Fortschritts betrachtet werden. Studien über die Auswirkungen des sozial-darwinistischen Projekts auf die Gesellschaft zeigen jedoch, dass dieses Gesellschaftsmodell nur Leiden und Zerstörung hervorgebracht hat. |
Der Antisemitismus ist untrennbar mit einer der großen Katastrophen des 20. Jahrhunderts verbunden, in der die Grausamkeiten und Massaker, die die Nazis gegen die Juden begingen die schrecklichsten Ausmaße annahmen. Zusätzlich dazu haben autoritäre Regime in vielen Länder gezielt die Juden grausamen Misshandlungen ausgesetzt. Faschistische Organisationen haben Juden belästigt und blutige Attentate gegen sie verübt.
Wie sollte ein Muslim den Antisemitismus betrachten?
Die Antwort ist eindeutig. Jeder Muslim muss den Antisemitismus in gleicher Weise, wie jede andere rassistische Ideologie verurteilen; er muss sich dieser Ideologie des Hasses widersetzen und die Rechte der Juden verteidigen, so wie er die Rechte aller anderen Menschen verteidigen würde. Jeder Muslim muss die Rechte der in Israel, oder im Exil lebenden Juden anerkennen und verteidigen, d.h. das Recht in Frieden zu leben, ihre Religion frei auszuüben, ihre Identität zu bewahren und sich unzensiert ausdrücken zu können.
| Die Verfolgung der Juden im Verlauf der Geschichte war grundsätzlich die Folge von rassistischen Vorurteilen, die definitiv im Widerspruch zum Islam stehen. Es ist durchaus gerechtfertigt, sich der Brutalität des israelischen Staatsterrorismus entgegenzustellen und sie zu verdammen, doch kein wahrer Muslim kann die ungerechte und grausame Behandlung unschuldiger jüdischer Menschen billigen. |
Niemals eine Gemeinschaft kollektiv zu verurteilen, ist ein Gebot, das der Quran sehr betont, und dabei die Notwendigkeit aufzeigt, zwischen den Gerechten und den Übeltätern, den grausamen und den unschuldigen Menschen zu unterscheiden. Der Quran schildert eine Begebenheit, wo Allah, nachdem Er einige Juden und Christen, erwähnt, die Seinen Geboten zuwider gehandelt hatten, auch auf andere Juden und Christen hinweist, die eine einwandfreie Verhaltensweise an den Tag legten:
Der Antisemitismus und andere Auswüchse des Rassismus (z.B. Vorurteile gegen dunkelhäutige Menschen) haben keinen Platz in einer wahren Religion; es sind Perversionen, die verschiedenen irrigen Ideologien und abergläubischen Phantasien entsprangen.
Wenn man den Antisemitismus und andere Formen des Rassismus untersucht, ist deutlich zu erkennen, dass sie Ideen und ein Gesellschaftsmodell fördern, die in völligem Widerspruch zur Ethik des Quran stehen. So liegen z.B. Hass, Gewalttätigkeit und Mangel an Barmherzigkeit dem Antisemitismus zugrunde. Ein Antisemit kann so grausam sein, dass er den Mord an jüdischen Mitmenschen unterstützt, egal ob Männer, Frauen, Kinder oder Greise, und selbst zustimmt, dass sie gefoltert und gequält werden. Die moralische Lehre des Qurans dagegen fordert, allen Menschen Liebe, Barmherzigkeit und Gnade zukommen zu lassen. Sie gebietet den Muslimen auch, gerecht und nachsichtig gegenüber ihren Feinden zu sein.
Demgegenüber sind Antisemiten und andere Rassisten gegen das friedliche Zusammenleben von Menschen verschiedener Herkunft oder verschiedenen Glaubens. (So standen z.B. die deutschen Rassisten - Nazis - und die jüdischen Rassisten - Zionisten - dem Zusammenleben von Deutschen und Juden ablehnend gegenüber; jede Seite wies dies im Namen ihrer jeweiligen Rasse als Entartung zurück.) Im Quran dagegen gibt es nicht die geringste Unterscheidung zwischen Rassen; der Quran ermutigt die Anhänger verschiedener Religionen dazu, in der gleichen Gesellschaft in Frieden und Glück zusammenzuleben.
Die Muslime möchten mit Juden und Christen in Frieden und Zufriedenheit zusammenleben, wobei sie sich gegenseitig mit Toleranz, Freundlichkeit, Respekt und Mitgefühl behandeln. |
Im Quran gibt es einen bedeutenden Unterschied zwischen den Menschen der Schrift und denen die Gott oder Seine Ausschließlichkeit leugnen. Dieser Unterschied wird besonders im Bereich des sozialen Lebens hervorgehoben So wird z.B. bezüglich der Götzendiener gesagt: '... zweifellos sind die Götzendiener unrein. Und so sollen sie sich nach diesem Jahr ihres Abkommens der geheiligte Moschee nicht mehr nähern...' (Sure 9:28 - at-Tauba). Die Götzendiener sind Leute, die kein göttliches Gesetz kennen, keine moralischen Richtlinien haben und skrupellos zu allen möglichen erniedrigenden und perversen Handlungen bereit sind.
Die Menschen der Schrift jedoch haben, indem sie sich grundsätzlich an die Offenbarungen Allahs halten, moralische Prinzipien und wissen, was erlaubt ist und was nicht. Aus diesem Grund ist es Muslimen erlaubt, die Speisen und Nahrungsmittel der Juden und Christen zu verzehren sowie ihre Töchter zu heiraten; diesbezüglich hat Allah im Quran verordnet:
Die faire und tolerante Handlungsweise des Propheten Muhammad in bezug auf die Menschen der Schrift wurden zu einem vorbildlichen Beispiel für die Muslime. Im Vertrag, der mit den Christen von Nadschran abgeschlossen wurde, die in Südarabien lebten, gab der Prophet eines der besten Beispiele von Toleranz und Gerechtigkeit. Der Vertrag enthielt den folgenden Artikel:
Das Leben der Menschen von Nadschran und Umgebung, ihre Religion, ihr Land, Besitz und Vieh, sowohl derer die anwesend sind, als auch derer die abwesend sind, ihre Botschafter und Andachtsstätten stehen unter dem Schutz Allahs und der Bewachung Seines Propheten.21
Mittels solcher Verträge sicherte der Prophet sowohl für die Muslime, wie auch für die Menschen der Schrift, eine Sozialordnung, die von Frieden und Sicherheit gekennzeichnet war. Diese Ordnung war eine absolute Realisierung des folgenden Verses:
| Zu der Zeit des Propheten Muhammad wurde eine gerechte und tolerante Politik in bezug auf die 'Menschen der Schrift' praktiziert. |
Entsprechend der Konstitution von Medina war jeder frei, dem Glauben oder der Religion seiner Wahl zu folgen oder irgendeine politische oder philosophische Wahl zu treffen. Gleichgesinnte Menschen konnten zusammenkommen und eine Gemeinschaft bilden. Jede war frei, ihr eigenes Rechtssystem auszuüben. Jedoch wer ein Verbrechen beging, wurde von niemandem geschützt. Die Beteiligten an diesem Vertrag konnten miteinander zusammenarbeiten, sich gegenseitig unterstützen und blieben unter dem Schutz des Propheten Muhammad. Konflikte zwischen den Beteiligten wurden vor den Gesandten Allahs gebracht.
Dieser Vertrag war von 622 bis 632 n. Chr. in Kraft. Durch dieses Dokument wurden die Stammesstrukturen, die zuvor auf Verwandtschaft und Blut beruht hatten, abgeschafft und Menschen unterschiedlicher kultureller, ethnischer und geographischer Herkunft kamen zusammen und bildeten eine soziale Einheit. Die Konstitution von Medina gewährte absolute Religionsfreiheit.
In der Tat, der Prophet Muhammad ging, ebenso wie mit den Juden und Christen, auch mit den Heiden Abkommen ein. Sie wurden stets gerecht behandelt, und wenn sie um Schutz baten, wurde ihr Gesuch bereitwillig vom Propheten gewährt. Das bedeutet, dass diese Gemeinden immer, wenn sie angegriffen oder fälschlicher Weise beschuldigt wurden, um den Schutz des Gesandten Allahs baten. Zeit seines Lebens baten die Nicht-Muslime und Heiden den Propheten Muhammad um Schutz, und er gewährte ihnen diesen und garantierte ihre Sicherheit. An einer Stelle im Quran befiehlt Allah dem Propheten, dass er, selbst wenn ein Götzendiener bei ihm Zuflucht sucht, ihm diese gewähren soll:
| Moscheen, Kirchen und Synagogen sind spezielle Gebetsstätten, wo Gottes Name in ehrfürchtigem Gedenken gehalten wird. Allah gebietet im Quran, dass alle diese Heiligtümer respektiert und bewahrterden müssen. |
Das Übel in der Welt wird zu Ende gehen, wenn die Muslime, Christen und Juden vereint ihrem Gott Anbetung darbringen und gegenseitige Toleranz gegenüber ihrer Glaubensunterschiede üben. |
Alle Gläubigen müssen für einander beten und sich vereinen. |
Die Ethik des Quran schließt jegliche Art des Rassismus aus. Im Quran wird eine tolerante und freundliche Haltung gegenüber Anhängern anderer Religionen gefordert, solange sie dem Islam oder den Muslimen gegenüber keine Feindseligkeit zeigen.
Muzammil Siddiqui, der Präsident der Islamic Society of North America [Islamische Gesellschaft von Nordamerika], trägt Verse aus dem Quran in der National Cathedral in Washington während eines Gedächtnisgott-esdiensts für die Opfer des 11. September vor |
| Oben: Muslime und Nicht-Muslime beten zusammen in einem Gottes-dienst in Dallas. |
Präsident G. W. Bush betete neben einem muslimischen Imam während des Gedächt-nisgottesdiensts in der National Cathedral in Washington. |
EU Kommissionär Romano Prodi hält eine Rede im Islamischen Zentrum in Brüssel. |
Unser Anliegen ist, dass eine Weltordnung errichtet wird, in der Menschen in Frieden zusammenleben können, ohne Ansehen ihrer Rassen- und Religionszugehörigkeit, in der jegliche rassistische Perversion zurückgewiesen wird und in der die Rechte und die Würde jedes Menschen unantastbar sind. Wir sind guter Hoffnung, dass der Kampf, der zu diesem Zweck auf intellektueller Ebene gegen alle anti-religiösen Ideologien stattfinden muss, den lang ersehnten Frieden herbeiführen wird. Darüber hat der Quran folgendes zu sagen: